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Leben und Werk

Wer war Gustav Klimt?

Gustav Klimt war ein österreichischer Maler. Er wurde am 14. Juli 1862 bei Wien geboren und gilt bis heute als einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils. Zudem war er Gründungspräsident der Wiener Secession, einer Wiener Vereinigung bildender Künstler aus der Zeit des Fin de siècle.

Klimt war der Sohn des böhmischen Goldgraveurs Ernst Klimt der Ältere. Seine Mutter war Anna Rosalia Klimt, geboren als Anna Rosalia Finster. Er wurde als zweites von insgesamt sieben Kindern geboren. Zwei seiner Brüder – Ernst und Georg Klimt – waren gleichfalls Künstler. Der Maler sollte ursprünglich das Handwerk seines Vaters erlernen, doch erhielt er ein Stipendium, welches ihn befähigte, von 1876 bis 1883 an der „k.k. Kunstgewerbeschule“ des „k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie“ in Wien Malerei zu studieren. Zu seinen Professoren gehörten Ferdinand Laufberger, Victor Berger, Michael Rieser und andere.

Schon in den 1880er-Jahren betrieb er mit seinem Bruder Ernst als „Gebrüder Klimt“ sowie dem Maler und Bildhauer Franz Matsch eine Ateliergemeinschaft. Gemeinsam gestaltete man Vorhang- und Deckengemälde für Theater in Karlsbad, Reichenberg und andere. Auch das Deckengemälde der Wiener Hermesvilla von 1885 geht auf die Ateliergemeinschaft zurück – ebenso wie die die Fresken der Decken in den Stiegenhäusern des Burgtheater-Neubaus.

Gustav Klimt wurde 1891 Mitglied in der Genossenschaft bildender Künstler Wiens, dem sogenannten „Künstlerhaus“, aus welcher er 1897 wieder austrat, um Gründungsmitglied de Wiener Secession zu werden. Er agierte von 1897 bis 1899 auch als deren erster Präsident. Die Secession gab eine eigen Zeitschrift namens „Ver Sacrum“ heraus, für die der Künstler zwischen 1898 und 1903 zahlreiche Illustrationen und Bildvorlagen schuf.

Für einen Skandal sorgte der Maler, als er 1894 vom k.k. Unterrichtsministerium den Auftrag erhielt, gemeinsam mit Franz Matsch Deckengemälde für die jüngst errichtete Universität zu schaffen. Das vorgegebene Thema war „Der Sieg des Lichtes über die Finsternis“, wobei die einzelnen Fakultäten der Universität präsentiert werden sollten, also Medizin, Philosophie, Theologie und Jurisprudenz. Die Entwürfe entsprachen jedoch nicht den konservativen Erwartungen des nützlichen Wirkens dieser rationalen Wissenschaften, sodass die Fakultätsmitglieder Klimts Vorschläge ablehnten.

Obgleich auch von der stattlichen Presse heftig kritisiert, war der Maler nicht bereit, in seinen Überarbeitungen die Rolle der Wissenschaften optimistisch zu feiern. Das erste Bild, „Philosophie“, erhielt zwar auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille, dennoch kam es zum Bruch zwischen Klimt und Matsch. Klimts „Medizin“ und „Jurisprudenz“ zeugen von noch weniger Kompromissbereitschaft, derweil Matschs „Theologie“ Akzeptanz bei der Universität fand und sich bis heute dort befindet. Die drei Klimt-Bilder verbrannten im Zweiten Weltkrieg, wurden jedoch 2021 mit Hilfe künstlicher Intelligenz anhand vorhandener schwarz/weiß-Fotografien in Farbe rekonstruiert.

Wo wohnte Gustav Klimt?

Gustav Klimt wurde in dem damaligen Wiener Vorort „Baumgarten Nr. 4“ geboren. Dieser ist heute als 14. Bezirk bekannt. Sein Geburtshaus in der Linzer Straße Nummer 247 wurde 1966 abgerissen. Später zog er mit seinen Eltern in den „Neubau“ genannten 7. Gemeindebezirk, der seit 1850 Teil des Wiener Stadtgebiets ist und 1861 seine Ordnungszahl erhielt. Dort wohnten die Klimts in der Burggasse 47. Auch während seines Studiums wohnte der Maler mit einigen Unterbrechungen hier bei seinen Eltern. Das damals bekannte „Wiener Adreßbuch – Lehmanns Wohnungsanzeiger“ listete Gustav Klimt bis zum Jahr 1894 unter dieser Adresse.

Dabei hatte er hier schon längst Quartier bei der Ateliergemeinschaft bezogen. Diese lag im 6. Gemeindebezirk „Mariahilf“, genauer: in der Sandwirtgasse 8. Erstmals findet sie sich 1888 im Lehmann’schen Adressanzeiger und wird bis 1890 gelistet. Ab 1891 findet sich die Ateliergemeinschaft im 8. Gemeindebezirk Josefstadt in der Josefstädter Straße 21. Gearbeitet wurde jedoch tatsächlich im Gartenpavillon gegenüber des Theaters in der Josefstadt. Dies ist bis heute das älteste bestehende Theater Wiens. Gustav Klimt war dem Lehmann’schen Adressbuch zufolge bis ins Jahr 1910 in der Josefstädter Straße tätig. Ab 1911 nutzte der Künstler im 13. Wiener Bezirk „Hietzing“ in der Feldmühlgasse 11 ein ebenerdiges Gebäude als Atelier. Dieses wird heute noch als „Klimt-Villa“ bezeichnet. Auch als Wohnsitz gibt Lehmann bis 1915 diese neue Atelieradresse an. Ab 1916 ist Gustav Klimt mit der Adresse Westbahnstraße 36 im siebten Wiener Bezirk „Neubau“ gelistet – jene Wohnung, in welcher Klimts Mutter gestorben war. In den Jahren zwischen 1900 und 1916 verbrachte der Maler seine Sommer überwiegend wiegend am Attersee in Oberösterreich.

Wo und wie ist Gustav Klimt gestorben?

Obgleich Gustav Klimt Zeit seines Lebens sehr viel auf Reisen war – so etwa reiste er 1906 nach Belgien und England, 1908 nach Florenz, 1909 nach Madrid, Paris und Toledo – ist er von seiner Geburt bis zu seinem Tod immer Wiener geblieben. Auch seine internationalen Ausstellungen – so etwa 1908 in Prag und Dresden, 1909 in München, 1910 in Venedig, 1911 in Rom, 1912 erneut in Dresden, 1913 in München, Mannheim und Budapest, 1914 wieder in Rom und 1916 Berlin – änderten daran nichts.

In der Wohnung in der Westbahnstraße, aus welcher schon seine Mutter „herausgestorben“ war, erlitt der 56-jährige am 11. Januar 1918 einen Schlaganfall. Dieser brachte ihn ins Allgemeine Krankenhaus in der im neunten Wiener Bezirk „Alsergrund“ gelegenen Alser Straße 4, das – nach dem Vorbild des Hôtel-Dieu de Paris – von Joseph Quarin, dem Leibarzt von Kaiser Joseph II., 1783 geplant und 1784 eröffnet wurde. Heute wird ein Teil des früheren Krankenhausareals als Campus der Universität Wien genutzt.

Folgt man Tim Ackermanns Artikel „Schönheit und Abgrund“, infizierte sich Gustav Klimt dort mit einer grippalen Lungenentzündung, an welcher er im Krankenhaus am 6. Februar 1918 verstarb. Bestattet wurde der Künstler auf dem Hietzinger Friedhof, der – wie sein letztes Atelier – im 13. Bezirk liegt. Sein Grab ist in Gruppe 5 mit der Grabnummer 194 zu finden. Es kann bis heute besucht werden. Charakteristisch ist sein einfacher Grabstein mit einem auffälligen, über den gesamten Stein gehenden Schriftzug mit dem Namen des Malers, während keine weiteren Angaben oder Daten auf dem Stein zu finden sind. Das Grab gilt auf dem Friedhof als Ehrengrab.

Wer hat die „Frau in Gold“ gemalt und wo hängt das Bild heute?

Zu Klimts bekanntesten Werken gehören seine Frauenbildnisse. Der Maler, der Zeit seines Lebens nie verheiratet war, dafür viele Affären hatte, galt für seine Zeit als extrem progressiv, indem er Frauen eine eigene Sexualität zubilligte. Dies spiegelt sich in seinen Bildern wider. Charakteristisch für das Klimt-Bild mit Frauen ist die Farbe Gold. Von den frühen „Pallas Athene“ und „Nuda Veritas“ (1898) über „Judith I“ (1901) und „Beethovenfries“ (Teil des Wandgemäldes, 1902) bis hin zu „Wasserschlangen I“ (1904 – 1907) – immer wieder dominiert die goldene Farbe. Am bekanntesten seiner goldenen Frauen dürften jedoch „Adele Bloch-Bauer I“ (1907), Der Kuss (1908/1909) und „Judith II“ (1909) sein. Auch im Spätwerk finden sich goldene Frauen: „Bildnis der Eugenia Primavesi“ (1912/1913) und „Dame mit Fächer“ (1917).

Klimt und die Frau in Gold ist eine Liebesgeschichte, die sich durch das Gesamtwerk des Meisters zieht. Ab Mitte der 1890er-Jahre verwendet der Maler bevorzugt Goldhintergründe. Diese erinnern Kunsthistoriker aufgrund ihres Japonismus japanische Maler wie Ogata Kōrin. Nicht zuletzt ruft die vom Maler bevorzugte Goldbronze-Nuance magische Assoziationen hervor wie auch jene, die auf den schieren materiellen Wert von Gold abzielen. Bis heute bedient sich die Verpackungsindustrie der Goldfolie, wenn es um besonders edle Präsente geht, etwa Pralinen oder Lippenstifte. Vorbilder dieser Funktion sind auch schon in der byzantinischen Malerei zu finden. Es ist gesichert überliefert, dass der Jugendstil-Maler diese bei einer seiner Reisen ins italienische Ravenna (San Vitale) studierte. Fortan wurde die Verwendung von Gold charakteristisch für das Werk Klimts. Die oben erwähnten „Wasserschlangen I“ etwa entstanden in Mischtechnik mit Goldauflagen auf Pergament.

Dennoch trägt nur ein Bild des Malers den Beinamen „Die Frau in Gold“: Das 1907 geschaffene Bildnis der Adele Bloch-Bauer, offizieller Titel: „Adele Bloch-Bauer I“, im Volksmund „Goldene Adele“ genannt. Das mit Öl, Silber und Gold auf Leinwand gebannte, wunderschöne Ganzkörperportrait gilt als eines der bedeutendsten Werke Klimts – wie überhaupt als eines der bedeutendsten Werke des österreichischen Jugendstils bzw. der Wiener Secession.

Klimts Adele sorgte für erneute Medienberichterstattung im Zuge seiner Rückgabe an die Klimt-Erben durch die Republik Österreich. Hierbei wurde es mitunter auch als „Ikone“ der kulturellen Identität Österreichs bezeichnet. 2006 wurde es vom US-amerikanischen Unternehmer Ronald Lauder für seine „Neue Galerie“ in Manhattan erworben. Der Kaufpreis soll satte 135 Millionen Dollar – etwa 106,7 Mio. Euro – betragen haben und gilt damit als der höchste Preis, der jemals für ein Bild gezahlt wurde.

Die „Neue Galerie New York“ widmet sich deutscher und österreichischer Kunst des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Sie befindet sich an der sogenannten „Museum Mile“ im Süden von Carnegie Hill an der Upper East Side im Stadtteil Manhattan. Vor dem markanten Eckgebäude, das 1914 von den Architekten Carrère and Hastings für den Industriellen William Starr Miller II als Wohnhaus errichtet wurde, kreuzen sich die Edel-Shopping-Meile Fifth Avenue und die 86th Street. Galeriegründer Ronald Lauder, der nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Philanthrop und Kunstsammler von sich Reden macht, ist der Erbe des Kosmetikkonzerns seiner Mutter Estée Lauder.

Das Format des quadratischen Bildes beträgt 138 mal 138 Zentimeter. Während Gesicht, Büste und Hände von Adele realistisch dargestellt sind, zerfließen Unterkörper und Füße im ornamentalen Goldton des Kleides, der – unter Verzicht auf eine Raumwirkung – in den des Wohnraums im Hintergrund übergeht.

Fun fact zu „Klimt: Adele“-Bildern: Für das 1901 vollendete Portrait „Judit I“, ein Halbakt, der an die biblische Figur der Judith angelehnt ist, stand ebenfalls Adele Bloch-Bauer als Modell. Dies wurde jedoch geheim gehalten. Auch für das 1909 entstandene Klimt-Bild „Judith II“ gilt als sehr wahrscheinlich, dass der Maler auf die bewährte Zusammenarbeit mit seinem Lieblingsmodell zurückgegriffen hat. Wer aber war diese Frau?

Wer war Adele Bloch-Bauer?

Adele Bloch-Bauer war die Tochter des Wiener-Bankvereins-Generaldirektors Moritz Bauer. Sie lebte von 1881 bis 1925. Klimts Die Frau in Gold zeigt sie im Alter von etwa 26 Jahren.

Schon 1899, im Alter von nur 18 Jahren, hatte die als „Adele Bauer“ Geborene den deutlich älteren Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch (1864–1945) geheiratet. Bloch-Bauers Schwester Maria Therese hatte bereits zuvor den Bruder Ferdinands, Gustav Bloch, zum Mann genommen. Beide Familien nahmen fortan den Doppelnamen „Bloch-Bauer“ an.

Die Bloch-Bauers zählten zum kulturell aufgeschlossenen jüdischen Großbürgertum im Wien des Fin de siècle. Während Ferdinand Bloch die von seinem Vater gegründete Zuckerfabrik zu einem erfolgreichen Unternehmen ausbaute, trafen sich im Salon von Adele Bloch-Bauer nicht nur Künstler und Schriftsteller, sondern auch sozialdemokratische Politiker wie Karl Renner oder Julius Tandler. Auch Klimts Malerei wurde vom Ehepaar Bloch-Bauer gefördert. Nach dem Erfolg von „Adele Bloch-Bauer I“ setzte sich die Zusammenarbeit von Klimt und Adele fort, indem ihn die Unternehmersgattin, die als permanent unter Migräne leidend, dabei ketterauchend, elegant, zart und vergeistigt, aber auch süffisant, arrogant und vergnügungssüchtig beschrieben wurde, für ein weiteres Klimt-Bild Modell saß: dem 1912 entstandenen „Adele Bloch-Bauer II“. Dieses wurde im Jahre 2006 für 87,9 Millionen Dollar, 2017 für 150 Millionen Dollar verkauft.

Adele Bloch-Bauer verstarb nur 44-jährig im Jahr 1925 an Meningitis. Ihr Grab kann im Urnenhain der Feuerhalle Simmering, Abteilung MR, Gruppe 47 unter der Nummer 1G besucht werden.

Wann entstand Klimts Frauenbildnis?

Auch, wenn die wohl meisten Motive der Bilder Klimts Frauen porträtieren, trägt nur eines von ihnen offiziell den Titel „Frauenbildnis“. Die übrigen erhielten meist den Namen der Portraitierten oder einer biblischen Frauengestalt. Das „Frauenbildnis“ ist ein frühes Werk; es wird auf die Jahre um 1893/1894 datiert. Es zeigt eine gutbürgerliche Frau in einem eleganten, tiefdekolletierten schwarzen Kleid, die seitlich an einem mit einem gestreiften Stoff bezogenen Sofa lehnt. An der Wand im Hintergrund ist der Anschnitt eines Wandteppichs zu entdecken. Das ganze Interieur – Kleid und Schmuck der Frau, Wohnungseinrichtung – lässt auf einen materiell sehr gut ausgestatteten Haushalt schließen. Mit Öl auf Leinwand in einem schmalen Hochformat von 168 mal 84 cm gearbeitet, ist es seit 2013 eine Dauerleihgabe aus Privatbesitz an das Wiener Museum Belvedere, wird zurzeit aber nicht ausgestellt.

Wo hängt Gustav Klimts „Der Kuss“?

Das wohl bekannteste aller Klimtbilder aber dürfte „Der Kuss“ sein. Es wurde und wird auf unzähligen Postkarten, Kühlschrankmagneten und weiteren Souvenirartikeln reproduziert. Auch sind heutzutage hochwertige Kunstdrucke dieses Klimt-Bildes erhältlich, die den Zauber des Originals einfangen. Dabei ist Klimts Der Kuß gar kein typisches Frauenbildnis, denn es zeigt nicht nur eine Frau, sondern ein küssendes Paar in überwältigender Intimität. Die goldenen Ornamente hüllen es ein wie eine Decke, sodass sich der Betrachter vorkommt, als beobachte er die Szene heimlich. Kein Wunder, dass der ursprüngliche Titel des in den Jahren 1908 und 1909 geschaffenen Gemäldes „Das Liebespaar“ lautete. Diese Jahre fielen in jene Zeit, die als die „Goldene Phase“ des Malers in die Kunstgeschichte Eingang fand.

Der Kuss Klimts ist ein weiteres quadratisches Gemälde. Es weist die beachtliche Größe von 180 mal 180 Zentimetern auf und wurde mit Öl auf Leinwand gemalt. Kennzeichnend sind die bevorzugten Elemente des auch als „Belle Époque“ bekannten Jugendstils, wo Natursymbole, aber auch bislang lediglich als Beiwerk verstandene schmückende Linien und florale Formen ein eigenständiger Ausdruck zugebilligt wurde. Die überspitzte Ornamentik kann in all ihrem Pathos auch als Ausdruck, wenn nicht gar Kritik, dieses materialistischen Zeitalters gesehen werden, als das Bürgertum dank Industrialisierung erstarkte und sich befreite.

Das Motiv selbst ist Gegenstand zahlreicher Deutungen und Spekulationen. Ein Gerücht besagt, dass es sich bei der Darstellung um ein erweitertes Selbstbildnis handele, indem es den Maler mit seiner damaligen Lebensgefährtin Emilie Flöge zeige. Fest steht, dass das Bild unter allen Gustav Klimt Bildern dasjenige ist, dass in seiner überbordenden Sinnlichkeit einer Feier der Liebe gleichkommt, mehr noch: der Glorifizierung der Verschmelzung von Mann und Frau. Das Paar scheint von einem heiligenscheinartigen, nahezu göttlichen Glanz umgeben – doch findet diese Innigkeit vor einem Abgrund statt, der als bildgewordenes „memento mori“ an die Endlichkeit allen Lebens erinnern könnte.

Das Bild hängt bis heute in der – im Sommerschloss des Prinzen Eugen von Savoyen am Rennweg in Wien eingerichteten – Neuen Galerie, die mittlerweile den Namen Österreichische Galerie Belvedere, seit 2007 kurz Belvedere, trägt.

Wieviel kostet „Der Kuss“?

Der Kuss Klimts war schon zu Lebzeiten des Malers ein begehrtes – und damit entsprechend hochpreisiges – Werk. Das 1908 und 1909 entstandene Gemälde wurde noch während seiner Entstehungszeit, nämlich 1908, in der Kunstschau Wien vom damals amtierenden k.k. Ministerium für Kultus und Unterricht für eine Summe von 25.000 Kronen erworben. 1903 wurde es von diesem an die im Sommerschloss des Prinzen Eugen von Savoyen errichtete Neue Galerie, heute: Belvedere, am Wiener Rennweg übergeben, wo es bis heute zu sehen ist.

Das Original selbst ist unverkäuflich und hat einen unermesslichen Schätzwert. Die US-amerikanische Tageszeitung „The New York Times“ berichtete 2010 unter Berufung auf Insider, dass das benachbarte Bild „Adele Bloch-Bauer I“, das sechzig Jahre lang neben dem „Kuss“ im Belvedere hing, für 135 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Geht man davon aus, dass „Der Kuss“ von allen Klimt Bildern das bekanntere (und größere der beiden ehemals benachbarten Quadratformate) ist, kann man seinen Wert in etwa ermessen, wobei es kein seriösen Schätzungen hierzu gibt.

Doch wurden im Februar 2022 vom Belvedere-Museum 10.000 Teilstücke des Kusses als digitales Non-Fungible Token (NFT) für jeweils 1.850 Euro angeboten. Allein bis zum 14. Februar 2022 wurden 1.730 dieser NFT-Unikate verkauft und damit insgesamt etwa 3,2 Millionen Euro eingenommen.

War Gustav Klimt verheiratet?

Gustav Klimt war Zeit seines Lebens nie verheiratet. Er unterhielt jedoch intime Beziehungen zu mehreren Frauen und hatte zahlreiche Affären. Ob er mit seinen verschiedenen Modellen, die pikanterweise die Ehefrauen seiner Auftraggeber waren – so etwa Adele Bloch-Bauer, der Frau Ferdinand Bloch-Bauers –, eine entsprechende Liebschaft unterhielt, liegt im Dunkeln und gehört ins Reich der Spekulation.
Klimt hatte eine feste Beziehung mit der Modeschöpferin Emilie Flöge, für deren Salon er auch verschiedene Kleider, genauer: Reformkleider, entwarf. Sie gilt als seine Lebensgefährtin. Ebenso wie zu Alma Mahler-Werfel war die Beziehung zu Flöge eng, aber nicht notwendigerweise sexueller Natur.

Wie viele Kinder hatte Klimt?

Aus den intimen Begegnungen Klimts gingen sieben Kinder hervor, die als seine Nachkommen gelten. So etwa die 1894 geborene Elisabeth Bachofen-Echt, deren Mutter Serena Lederer, die Frau August Lederers, war. Ob es sich tatsächlich um eine leibliche Tochter Klimts handelt, ist umstritten. Dennoch konnte Bachofen-Echt zur Zeit des Nationalsozialismus einen entsprechenden „Abstammungsbescheid“ erwirken, der die außereheliche Vaterschaft des von den Nationalsozialisten als „arisch“ betrachteten Malers bestätigte und Bachofen-Echt vermutlich das Leben rettete.

Als Sohn Klimts gilt auch der 1899 geborene Gustav Ucicky, dessen Mutter Marie Ucicka (1880–1928) war. Mit Maria „Mizzi“ Zimmermann (1879–1975) hatte Klimt die Kinder Gustav Zimmermann (1899–1976) und Otto Zimmermann (geboren 1902). Drei Kinder schenkte ihm Consuela Camilla Huber 1896–1978, die bei Geburt des ersten Sohnes erst 16 Jahre alt war: Gustav Huber (1912–1989), Charlotte Huber (1914–1943)sowie Wilhelm Huber (1915–1943).

Nachgesagt wurden dem Maler allerdings bis zu 17 Nachkommen. Die 1982 geborene deutsche Theater- und Fernsehschauspielerin Christiane Klimt ist, soweit bekannt, keine Ur-Enkelin des Malers.

Wie hat Gustav Klimt gemalt und welche Bedeutung hatte er?

Gustav Klimt galt als außerordentlich sinnesfreudig, ja: animalisch. Zudem eckte er mit seinem Eigenwillen an. Nach dem Debakel mit den Deckengemälden für die Universität Wien lehnte das k.k. Unterrichtsministerium insgesamt vier Mal ab, den Künstler zum Professor an der Wiener Akademie der Künste zu ernennen – zuletzt ein Jahr vor seinem Tod 1917. Der erste Vorschlag hierzu wurde bereits im Jahr 1891 gemacht. 1917 einigte man sich aber auf den Kompromiss, Klimt zum Ehrenmitglied der Akademie zu machen.

Auch galt der Künstler als Rebell. Er stritt oft und gern mit seinen Auftraggebern, die oft traditionellere Vorstellungen hatten als er, was soweit ging, dass er Aufträge zurückgab, auch, wenn das bedeutete, dass er für die Rückzahlung der bereits erhaltenen Vorschüsse Kredite aufnehmen musste. Dennoch pflegte Klimt enge Beziehungen zu ausgewählten Auftraggebern. Diese entstammten vornehmlich dem jüdischen Großbürgertum Wiens. Seine Modelle und Affären rekrutierte er ebenfalls aus diesen Kreisen. Dabei gestand er den Frauen in der Sexualität eine aktive Rolle zu, was zu seiner Zeit als progressiv galt. Ungeachtet aller Unkonventionalität verlief Klimts Tagesablauf künstleruntypisch bürokratisch mit einer festen Struktur. Nach der Arbeit findet man ihn im Kaffeehaus.

Der Stil des zu Lebzeiten umstrittensten, aber auch beliebtesten Künstlers ist, ganz typisch für einen Jugendstil-Künstler, von der Natur inspiriert. Er spickt seine Werke mit floralen Motiven und Ornamenten. Obgleich er zu Beginn seiner Karriere noch vom Historismus geprägt war, sollte er erst im Jugendstil zu seinem ganz eigenen Ausdruck finden. Seine Kunst verzichtet als zweidimensionale Flächenkunst auf die Raumwirkung, was sie plakativ macht. Erst die Linienführung verleiht ihnen die charakteristische Lebendigkeit. Klimt arbeitet viel mit Motiven aus Traum und Symbolik. Typisch für ihn ist das verwendete Blattgold, dass die Sinnlichkeit, Erotik und Lebensfreude seiner vor allem Frauenbildnisse unterstreicht. Die existenziellen Fragen des Lebens finden bei ihm Niederschlag im Dualismus von Leben und Tod, Freude und Angst. Am allerliebsten mal der Künstler Frauen, denn er verehrt das weibliche Geschlecht, das einen großen Einfluss auf seine Kunst hat. Hierbei geht es ihm darum, den Mythos der Weiblichkeit zu ergründen. Die progressiven, weil abstrakten Tendenzen, die er in die Malerei einbringt, verleihen ihm den heutigen Ruf eines Vorläufer des Phantastischen Realismus.

Wie viele Bilder hat Gustav Klimt gemalt?

Folgt man dem Forschungsprojekt der Albertina Wien, das sich mit dem zeichnerischen Werk von Gustav Klimt auseinandersetzt, liegen mittlerweile Informationen zu 4.300 Werken des Malers vor. Hierbei handelt es sich jedoch „nur“ um Zeichnungen. Dazu kommen seine frühen Deckengemälde, Entwürfe (auch für Kleidung) und natürlich die Ölgemälde, sodass eine genaue Anzahl der Arbeiten nicht angegeben werden kann. Ein Werkkatalog liegt über die Zeichnungen vor; bei wikiart sind 161 Malereien zu sehen.
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