Versace – Designer und Mensch

Wir von wall-art sind begeistert von Mode, Stoffen und Accessoires, wir lieben das Schöne, das Außergewöhnliche. Doch interessiert uns nicht nur das Produkt, die Kunst. Unsere Sehnsucht führt uns weiter. Wer ist der Mensch hinter dem Künstler? Besondere Menschen haben besondere Schicksale. Gianni Versace war so ein Grenzgänger. Was machte aus einem jungen Mann einen so erfolgreichen Künstler der heiß umkämpften Modebranche?

Wie nennt man das Versace Muster?

Wenn du auf deiner Straße jemandem begegnest, der auffallend gekleidet ist, wirst du unwillkürlich hinschauen. Das ist Versacs Grundgedanke: Das Schöne, das Individuelle am Menschen durch seine Art, sich zu kleiden, hervorkehren. Und zum Ausdruck zu bringen. Goldene Muster umschlingen ein schwarzes Kleid. Man möchte meinen, die Ornamente, geometrischen Figuren und weichen Rauten wachsen förmlich von unten nach oben. Dann dieses markante Frauengesicht. Der Kopf der Medusa. Das ist sein Markenzeichen. Jetzt weißt du, es: Hier hat jemand ein Designerkleid, das er entworfen hat. Eines von unzählig vielen, für Damen, Herren und Kinder kreiert.

Das Kettenmuster
Ineinandergreifende Ketten, Schlangen und geometrische Formen bilden sein Grundmuster. Das erinnert sehr an Architektur, sein studiertes Fach. Diese typischen Versace-Muster finden sich nicht nur an Kleidung: Wandmuster, Uhrenverzierungen oder der umworbene Kopf der Medusa künden von seiner Grundidee.

Ein Muster wie das Leben
Doch der Weg zu einem so erfolgreichen Unternehmen war steinig. Und sicher nicht so von ihm geplant. Gianni Versace wurde im Nachkriegsjahr 1946 in einem Ort Oberitaliens, Reggio Calabria geboren. Am 2. Dezember erblickte er als zweites Kind der Familie Francesca und Antonio Versace das Licht dieser Welt. Wie seine Kindheit verlief? Sicher hat er gern mit seiner älteren Schwester Tina gespielt. Bis sie eines Tages plötzlich an Tetanus erkrankte und starb. Dieses Leid hat sicher tiefe Spuren in seiner kindlichen Seele hinterlassen. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester Donatella und seinem Bruder Santo wuchs er in Geborgenheit auf. Er machte im Jahr 1964 sein Abitur und studierte anschließend Architektur. Vermutlich hätte sein Vater, ein sehr erfolgreicher Bankier, der mit den Geldangelegenheiten des italienischen Adels vertraut war, es lieber anders gesehen. Eine Ausbildung in seiner Branche hätte ihm ein sicheres Auskommen verschafft.
 
Aber Gianni zog es vor, in seiner knappen Freizeit neben dem Studium bei seiner Mutter zu arbeiten. Die besaß ein Geschäft für Maßschneiderei. Die Stoffe hatten es ihm angetan. Die unterschiedlichen Qualitäten lernte er bald zu schätzen und zu unterscheiden. Muster, Farben und das Anfühlen des frischen Tuches – hier entdeckte er wohl die Liebe zu Stoff. Als er sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, ließ er die Architektur hinter sich, um in Mutters Geschäft den Stoffeinkauf zu managen. Er wurde ein erfolgreicher Einkäufer, der so gute Rabatte erstreiten konnte, dass er bald selbst mit Stoffen handelte und regionale Modehäuser belieferte. Die Architektur aber kam an einer anderen Stelle wieder. Nämlich in seinen Kreationen. Die erinnern an eine barocke Stuckdecke mit seinen verschlungenen Ornamenten und Elemente.

Eine Karriere beginnt

Im Jahr 1968 ging sein Traum in Erfüllung: Er wurde freier Modedesigner und arbeitete für italienische Modehersteller. Sein Talent zeigte sich bei der Etablierung der Marke Genny durch das Modehaus Callaghan. Er zeichnete deutlich mit für dessen Erfolg. Drei Jahre später gelang ihm seine erste Lederkollektion für eine amerikanische Marke unter dem Namen Complice. Im Jahr 1972 siedelte er nach Mailand um. Hier waren viele Modedesigner zu Hause und er fand weitere Inspirationen für seine Arbeit.
Sein Schaffen wurde durch erfolgreiche Markteinführungen belohnt. Ermutigt durch seine Anerkennung, beschloss er 1978 den Schritt in die Selbstständigkeit zu tun. In der Via Spiga in Mailand eröffnete er die erste Versace-Boutique. Das war durchaus nicht ohne Risiko, war die Modebranche, damals wie heute, heiß umkämpft und ein harter Konkurrenzkampf bestimmte das Modeleben. Doch seine Arbeit hatte Bestand. Im selben Jahr gab es in Lippstadt, Westfalen, seine erste große Modenschau im Haus des Modehändlers Albert Eickhoff.
Der Erfolg als Modedesigner setzte sich fort. Im Jahr 1979 gab er sein Debüt mit seiner ersten, selbst erstellten Prêt-à-porter-Show. Hier präsentierte er sich mit einer kompletten Kollektion für konfektionierte Mode in limitierter Serie. Dabei erregten seine Modeschöpfungen die Aufmerksamkeit des Fachpublikums. Eine neue, innovative Symbiose sorgte für Diskussion: Da gab es Zusammenstellungen aus Leder mit Crêpe de Chine, einer edlen, sehr feinen Seidenart. Im Kontrast dazu eine Kreation aus grobem Jutegewebe, das, von feiner Seide umschmeichelt, eine völlig andere Bindung einging, als es zu dieser Zeit vorstellbar war. Das hatte es bis dahin nicht gegeben. Mindestens genauso außergewöhnlich war die Gegensätzlichkeit seines Farbdesigns. Freudige Blitze und lebendige Muster bestimmten seine Kollektion. Nachdem sich die Fachwelt damit auseinandergesetzt hatte, schob er nach: Jetzt gestaltete er Jeans auf neue, farbenfrohe Weise, – zu erleben auf den Laufstegen von Paris.

Medusa – Erkennungszeichen im Muster

Manche seiner Freunde und Auftraggeber mögen sich gefragt haben, warum ihn das Symbol des Kopfes der Medusa immer wieder inspirierte. Die Antwort ist vielfältig und geheimnisvoll, man kann nur vermuten, dass dies etwas mit der griechischen Mythologie zu tun haben könnte. Von dieser fühlte sich der Star-Designer schon immer angezogen. Die Medusa war in der antiken Sage eine Gorgone, eine der drei Töchter der Meeresgötter Phorkys und Keto, die durch ihre unglaublich bezaubernde Ausstrahlung die Menschen verliebt machte. Sosehr, dass sie nicht mehr von ihr lassen konnten und ihr auf Lebenszeit verfielen. Nun könnte man meinen, dass dies der Grund hätte sein können, dass er dieses Symbol wählte: dass alle Welt nur noch seine Mode kaufen solle. Aber dies würde ihm nicht gerecht. Die Medusa steht nicht nur für anziehende Liebe, sondern auch für eine verletzte Seele. Medusa war als einzige der drei Gorgonen sterblich. Ihre Verletzbarkeit macht sie menschlich, leidensfähig. Eine Eigenschaft, die den jungen Künstler wohl faszinierte. Stellte sie doch eine Parallele zu seinem inneren Leben dar.

Aus einem Denkmuster wird ein Design

Da steht wieder die Frage, was aus einem Menschen einen so erfolgreichen Künstler machen kann. Viele berühmte Männer und Frauen, die Großes bewegten, hatten leidvolle Erfahrungen in ihrem Leben machen müssen. Michelangelo zum Beispiel. Sie verarbeiteten diese Dinge aber nicht durch negative Reaktionen, sondern verwandelten ihre inneren Wunden in Kunst. Wunderbare Werke entstanden so, die es sonst nicht so gegeben hätte. Vielleicht war es bei Gianni Versace ähnlich. Zum einen die kindliche Erfahrung des Todes eines geliebten Menschen, seiner Schwester Tina. Zum anderen die Entdeckung, dass er anders war als andere. Er mochte sich in keine Frau verlieben.
Damals war der Umgang mit Homosexualität nicht so selbstverständlich wie heute. In den dunklen Stunden seines Lebens fielen Schatten in seine Seele. Doch er nahm die Herausforderung an und malte bunte Farben daraus. So lebendig und froh, dass die Welt staunte. Dann seine eigenen Muster. Waren das seine Gedanken, Gefühle und Hoffnungen, die sich in ein Muster gebannt, farbig und verwegen zu einem Gewebe vereinten? Tragen alle Menschen, die ein Kleid, eine Jeans oder ein Shirt aus seiner Hand anhaben, ein Stück seines Traumes, seines Wesens an sich? Vielleicht liegt ja hier auch eines der Geheimnisse seiner Erfolge. Weil es nichts Vergleichbares gibt. In Kennerkreisen werden übrigens seine Kreationen aus den ersten Jahren seines Schaffens mit etlichen tausend Euro gehandelt.

Seine Muster gehen um die Welt

Man schreibt das Jahr 1980 und sein Erfolg geht weiter. Die Medusa wird jetzt sein weltbekanntes Markenzeichen. Gianni Versace zählt jetzt endgültig zu den ganz Großen in der Modewelt. Seine Entwürfe und Ideen sind gefragt, man beauftragt ihn mit der Schaffung für Bühnenkostüme. Die sollen getragen werden vom Ballett des Mailänder Opernhauses. 2030 Besucher erleben 1982 seine Kreationen. Bei dieser Premiere im „Teatro alla Scala“ wird dem von ihm ausgestatteten Ballett jubelnd Beifall gespendet. Dieser Abend ist auch aus einem anderen Anlass ein unvergesslicher für den jungen Designer. Er lernte Antonio D'Amico kennen. Aus diesem Treffen erwuchs später eine Partnerschaft auf privater und geschäftlicher Ebene. D’Amico stieg in das Unternehmen ein und wurde in der Sportline tätig.
Nach dieser Premiere in der „Scala“ gab es regelmäßige Anfragen zur Ausstattung für Schauspieler und Balletts in Opern. Markante Stationen dieses Schaffens waren die San Francisco Opera oder das New York City Ballet. In München, anlässlich der Ausstellung „Theater der Mode“ wurde er im Begleitbuch verzeichnet.
1985 im Viktoria and Albert Museum in London: Er ist der erste Modeschöpfer, der hier seine Kollektionen auszugsweise vorstellen darf anlässlich einer Retrospektive.
Der Markenname beginnt in den 1980ern auch in andere Metiers Einzug zu halten: Schmuck, Schuhe, Parfüms und Accessoires für die Wohnung werden unter diesem Label gehandelt. Schweizer Uhren mit Saphirglas werden mit seinem Label angeboten. Das ausschließlich eingesetzte Saphirglas steht für königliche Uhrgläser. Diese in der Schweiz hergestellten Chronometer können bis zu 2000 € kosten. Die unter Lizenz laufende Produktpalette wurde im Laufe der Jahre immer mehr erweitert. Im Jahr 2012 zum Beispiel kam ein neuer Duft unter seinem Namen auf den Markt: Versace Eros. Ein türkisfarbene Flasche mit dem Medusenkopf birgt ein Eau de Toilette mit männlichem, sinnlich berauschender Note. Zuerst steigt der Hauch von Zitrone, Apfel mit minzigem Auftakt hoch, vereint zu einem kurzen Moment fruchtiger Süße, um dann mystisch und sehnsuchtsvoll abzuklingen. Dieser markante Duft verändert ganze Areale.  

Was ist eine Besonderheit an seinen Mustern?

Eng verbunden mit der griechischen Mythologie war auch sein Schönheitsideal von Männern. Die antiken Vorbilder und seine eigene erotische Seite brachten in ihm die Gestaltung von Männermode hervor. Der bekannte US-amerikanische Fotograf und Regisseur Bruce Weber erstellte Fotokalender, in welchen er seine Inspirationen durch die Modekreationen für Männer zum Ausdruck brachte. Diese Form von Mode für Männer mit erotischem Flair wurde durch sein Wirken stark geprägt. Seine Motivation und die Sehnsucht nach den griechisch/römischen Idealen schildert er in seinem Buch „Mann ohne Krawatte“. Hier tragen bekannte Stars seine Designerkleidung. Oder auch nicht. Das Buch löste kontroverse Diskussionen aus und leistete damit einen frühen Beitrag zum heute selbstverständlichen Umgang mit homosexuellen Beziehungen. Ohne Bügelfalte und Krawatte seinen eigenen Stil zu finden, darin spiegelt sich seine Suche nach sich selbst wider.
Sein Stil ist auch heute noch unverwechselbar.
Freunde seiner Arbeit betrachten ihn als eine Ikone auf dem Gebiet des Modedesigns. Seine Prints sind unverwechselbar. Da gibt es Löwen, geheimnisvolle und geometrische Symbole, ineinander verschlungene Ketten in der Art antiker Stuckverzierungen. Immer wieder den Kopf der Medusa, dazwischen ringen Kuben, Kreise und Rauten um die Vorherrschaft auf dem Kleidungsstück. Leomuster und leuchtenden Farben sprengen jegliche Rahmen.
Wie eine lebendige Hülle umspielt das Kleidungsstück seinen Träger und führt dennoch ein Eigenleben. In Bewegung erwacht die zweite Haut auf dem Leib zu einer unverwechselbaren Turbulenz, –  ganz nach dem Geschmack des Modedesigners.
Sein rastloses Schaffen dieser Jahre lässt sich nicht in Worte fassen. Zu viel floss aus seiner Hand, was in seiner Seele brannte. Viele Dinge können nur erahnt werden: Sehnsüchte, Hoffnungen, Liebe. Aber auch Enttäuschung, Eifersucht und Irrwege. Das alles widerspiegelt die schier unerschöpfliche Schaffenskraft wider, die aus seinem Innersten heraus drängt. Er ist nicht nur ein Stardesigner, er ist zu einem Meister gereift. Das kommt auch in seinem Spitznamen zum Ausdruck, den seine Freunde für ihn fanden:
Der Meister des Neobarock.
Dieser liebevolle und Achtung zollende Titel sagt mit wenigen Worten, wer er für die Modewelt war. Versace fand in der Symbiose aus mailändischer Architektur und Wesen der griechischen Mythologie das perfekte Muster. Beides ineinander gewebt, mit teils grellen Farben und revolutionären Stoffkombinationen sind typisch für seinen Stil. Auf schwarzen Hintergrund ein auffälliges, Kontrast-sprühendes Goldgeflecht in Kombination mit der Ledertasche – das ist unverkennbar von ihm. Leomuster, barockes Feeling und ein Schuss Erotik. Seine Lieblingsfarben werden Schwarz, Weiß und Gold. In dieser so intensiven Zeit der 1980er-Jahre verbrachte er viel Zeit im Garten seines Palazzos in Mailand, wo er mit seinem Lebensgefährten Antonio D’Amico träumte, lebte und plante. Seine zweite große Leidenschaft nach der Mode und seiner Lebensliebe galt den Antiquitäten aus römischer, griechischer Epoche und französische Exponate. Als leidenschaftlicher Sammler trug er eine reiche Sammlung zusammen.

Welche Krankheit hatte Gianni Versace?

Seine Schwester Donatella initiierte 1989 eine zweite Designerlinie, mit Versus zeigte sie im Jahr 1995 auf der New York Fashion Week ihre gelungene Kollektion. Weitere Präsentationen folgten. Um sich am stets wechselnden Modemarkt noch breiter aufzustellen, wurden weitere Zweige ins Leben gerufen: Versace Jeans, Signatur und Instante. Damit wuchsen die Arbeitsaufgaben auch für den kreativen Kopf. Er arbeitete bis an den Rand der Erschöpfung. Doch sein Körper reagierte irgendwann mit Krankheit. 1996 wurde ein Knochenkrebs bei ihm diagnostiziert. Trotz der Einschränkungen während seiner Chemotherapie arbeitete der begabte Designer unvermindert weiter. Sein Leben führte er zusammen mit Antonio D’Amico in der Villa Casuarina in Miami Beach, Florida.
Zu seinen Freunden und Kunden zählte der Künstler inzwischen viele prominente Menschen. Er entwarf Mode für Prinzessin Diana, gestaltete Outfits für Eric Clapton. Madonna, Michael Jackson und Lady Gaga gehörten zu seiner Klientel. Doch standen bereits Schatten über seinem Leben.

Wer erschoss Versace?

Es ist bis heute nicht endgültig aufgeklärt, was sich in den Morgenstunden des sonnigen 15. Juli 1997 ereignete. Der Star-Designer ging, wie so oft, zum Kiosk, um sich eine Zeitung zu kaufen. Als er wieder zurück war, traf ihn eine tödliche Kugel. Er starb auf der Treppe seiner Villa in Miami Beach. 
Die Polizei verdächtigte zunächst seinen Lebensgefährten D’Amico, er wurde mehrere Stunden nach dem tragischen Mord verhört. Danach kam er wieder frei. Wenige Tage später wurde das Verbrechen aufgeklärt: Der Callboy Andrew Phillip Cunanan, 27 Jahre alt, hatte ihn erschossen. Ob aus Eifersucht oder anderen Gründen wird wohl niemand erfahren. Der Mörder richtete sich 8 Tage nach seiner Tat selbst. Trauer und Bestürzung über Gianni Versacs Tod herrschte in seiner Familie, Freunden, Kunden, ja, in der ganzen Welt.

Wo ist Versace beerdigt?

Zu seiner Trauerfeier am 23. Juli 1997 im Mailänder Dom sangen Elton John und Sting den 25. Psalm. Auch Lady Diana weilte unter den Trauergästen. Gianni Versace starb im Alter von nur 50 Jahren. Er hätte der Welt noch viele Farben, Muster und Hoffnung geben wollen. Doch jetzt ruht seine Asche da, wo er einst viel Zeit mit seinem Lebensgefährten verbrachte, im Familiengrab des Gartens der Villa Fontanella am Comer See in Italien.

Wie ist Versace gestorben?

Plötzlich ging dieser Meister der Modeschöpfung aus dem Leben. Nachdem seine Krebserkrankung überstanden war, erschien sein Mörder wie aus dem Nichts. Sein Lebensgefährte fand ihn in seinem Blut liegend und holte den Rettungsdienst. Wenige Stunden später starb er in der Klinik.
Sein Lebensgefährte ging nach Gianni Versacs Tod eigene Wege. Antonio D’Amico zog nach Padenghe sul Garda, einer italienischen Gemeinde westlich des Gardasees. Er hielt seinen Erinnerungen an seinen geliebten Lebensgefährten in seinem Buch „It’s Your Song“ für immer fest. Ob der Mord durch Cunanan einen persönlichen Hintergrund hatte, wird wohl niemand erfahren. Es wurde viel spekuliert, einige glauben, dass es sich hier um ein Eifersuchtsdrama handelte. Aber man sollte die Geschichte ruhen lassen, wir möchten hier vor allem sein Lebenswerk und das künstlerische Schaffen anschauen.

Wem gehört Versace?

Nach seinem Tod übernahm seine Schwester Donatella und sein Bruder Santo die Unternehmensführung. Im Jahr 1998 schloss Donatella Versace mit der selbst entworfenen Haute-Couture-Modenschau an die künstlerische Laufbahn ihres Bruders an. Um die Bekanntheit des Labels zu erweitern, entwarf sie Designmode für Pop-Stars wie Jennifer Lopez, Lady Gaga und Eric Clapton. Sie ist eine der Förderinnen der Elton John AIDS Foundation. 
Auch sie war, wie ihr Bruder Gianni, schon immer vom Modedesign inspiriert. Sie besuchte während des Studiums der Wirtschaftswissenschaften oft ihren Bruder im Atelier. Nach ihrem Studium bewohnten sie gemeinsam eine Wohnung in Mailand. 
Ihr widmete Gianni Versace das Parfüm „Blonde“. Sie leitete Versus als zweite Linie des Labels. Eine besondere Beziehung zwischen ihrer 1986 geborenen Tochter Allegra Versace und ihrem Onkel Gianni wird belegt durch die Tatsache, dass sie von ihrem Onkel 50 Prozent der Firmenanteile überschrieben bekam. Weitere 30 Prozent des firmeneigenen Kapitals liegen nach seinem Tod in der Hand von Santo und 20 Prozent bei Donatella Versace.
Die weiteren Jahre brachten viele interne Veränderungen als Reaktion auf die ständig wechselnden Marktanforderungen in diesem heiß umkämpften Segment. Immer wieder wurden neue Kreationen entwickelt, Märkte in Fernost erschlossen. An anderer Stelle jedoch Verluste erlitten. Dennoch: die Marke konnte sich stets behaupten und hatte Bestand. 
Im Jahr 2018 kam es zur Übernahme des Modehauses durch die Unternehmensgruppe Michael Kors. Der US-amerikanische Moderiese zahlte dafür die stattliche Summe von 1,8 Milliarden Euro. 

Wie alt ist Versace geworden?

Der Künstler wurde nur 50 Jahre alt. Doch sein Werk besteht fort. Seit über 25 Jahren lebt sein Label weiter und schreibt Modegeschichte. Heute gibt es überall auf der Welt Boutiquen, die exklusiv seine Produkte anbieten. Hinzu kommen unzählige Lizenzen, unter denen Uhren, Parfüm oder Sonnenbrillen verkauft werden. Sein Name hat Bestand auch in heutiger Zeit und steht für gehobenen Stil im Einzelhandel. Kleidung, Accessoires oder Lederwaren, Produkte mit diesem Namen sind im hochpreisigen Segment zu finden. Auch edle Einrichtungsgegenstände für ein anspruchsvolles Wohnen entsprechen seinem Label.

Was bleibt

Wir haben dir jetzt einen kleinen Einblick gewährt in das Leben und Schaffen eines großen Künstlers, Modedesigners und Meister seines Faches. Natürlich konnten wir dir nur einen Ausschnitt zeigen. Aber sicher verstehst du jetzt unsere Begeisterung für dieses Label, den Menschen Gianni Versace und seine Familie. Wie beeindruckend ist sein Werdegang! Er hat als Student für Architektur seine Liebe zu Stoffen und Farben entdeckt und wählte einen schweren Weg: Nicht in seinem anerkannten Beruf aus Architekt zu arbeiten. Lieber Hilfsarbeiter und mit seinen geliebten Stoffen handeln. Dann sein unaufhaltsames Aufwärtsstreben. Er war anders als andere, sein Leid fand Ausdruck in seinen leuchtenden Farben, mit denen er die Schatten aus seiner Seele vertrieb. Die können wir bewundern in seinen Werken. Verschlungene Ornamente, Figuren, Symbole und: der Kopf der Medusa. In ihr fand der Künstler seine Entsprechung. Sie ist nicht nur sein Label, sondern ein Markenzeichen in der gesamten Arbeit.

Die Welt vermisst ihn, diesen kreativen Kopf. Viele seiner Ideen bleiben für immer verborgen. Sein gewaltsamer Tod erschreckte, brachte Trauer. Doch seine Bilder in Stoff leben weiter. Sie werden getragen, weiterentwickelt und immer wieder neu zum Leben erweckt. Mit seinem Tod ist zwar sein Leben zu Ende gegangen, aber sein Name wird immer weiter leben.
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