Die Faszination für Caspar David Friedrichs Bilder wird trotz Internetzeitalter nicht abreisen. Dem Maler ist es gelungen, Gemälde anzufertigen, die von einer besonderen Verbindung zwischen Mensch und Natur erzählen. Er schuf Bildmotive von größter Zeitlosigkeit und mit einer klaren Botschaft. Betrachter*innen treffen auf Momentaufnahmen, die einen Zipfel des Überirdischen erspüren lassen. Bildwerke, die klar und unmissverständlich darauf hinweisen, dass die Natur den Menschen nicht braucht. Experten gehen sogar noch einen Schritt weiter und sind der Meinung, dass der Künstler in seinen Bildnissen Erlösungssehnsüchte des modernen Menschen aufgegriffen hat.

Seine Arbeiten sind angetrieben von magischer Schönheit, aber auch düsterer Melancholie. Nicht umsonst zählt Friedrich zu den bedeutendsten Landschaftsmalern. Er liebte das geheimnisvolle Zwielicht, was letztendlich dazu beigetragen hat, dass die breite Öffentlichkeit viele mystische Naturdarstellungen bewundern kann. Doch wie lebte der introvertierte Landschaftsmaler eigentlich und was trieb ihn an? Wir wollten es genauer wissen und haben uns deshalb auf die Suche nach seiner Herkunft gemacht.

Er musste bereits in früher Kindheit einige Schicksalsschläge verkraften

Am 5. September 1774 wurde Caspar David Friedrich in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) geboren. Er war das sechste von zehn Kindern. Seine Eltern Adolph Gottlieb Friedrich und Sophie Dorothea (geb. Bechly) lebten in einfachen Verhältnissen. Der Vater betrieb eine Lichtzieherei und Seifensiederei. Sophie Dorothea unterstützte ihren Mann und kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Als Friedrich 7 Jahre alt war, starb seine Mutter. Ein schwerer Verlust für die gesamte Familie. Der Vater, pietistisch geprägt, übernahm von nun an das Regiment. Allerdings erzog er die Kinder mit viel Strenge. 1782 stirbt eine seiner Schwestern an Fleckfieber.

Ob Friedrich die Schule besuchte, darüber liegen keine Erkenntnisse vor. Lediglich einige Blätter mit kalligrafischen Übungen religiöser Texte weisen auf ein erzieherisches Moment hin. Mit 14 Jahren ereignete sich ein weiteres schreckliches Kindheitsereignis. Beim Schlittschuhlaufen brach Caspar im Eis ein. Sein kleiner Bruder Johann Christoffer ließ nichts unversucht, um Caspar aus dem eiskalten Wasser herauszuziehen. Bei der Rettungsaktion starb Johann Christoffer und Caspar überlebte. Seit diesem Augenblick quälten den Jungen Schuldgefühle, die ihn bis ans Ende seines Lebens begleiten sollten.

Dank Kunststudium fasst der heranwachsende Caspar wieder neuen Lebensmut

In Greifswald, wurde Friedrich 1788 von dem akademischen Zeichenlehrer Johann Gottfried Quistorp unterrichtet. Bei Ausflügen in die Natur schärfte Quistorp die Sinne seiner Studenten. Sie sollten ein Gespür für die Schönheit der Heimat bekommen. Der Zeichenlehrer brachte Caspar viele wichtige Kniffe bei und verhalf ihm so zu einem Stipendium an der Kunstakademie in Kopenhagen. So kam es, dass sich der Blondschopf gen Norden aufmachte. Von 1794 bis 1798 studierte er Zeichnen an der Kunstakademie. Der 20-jährige Friedrich wurde von den bedeutendsten Malern Dänemarks unterrichtet. Wegbereiter waren Maestros wie Jens Juel, ein Meister für Beleuchtungseffekte sowie Nicolai Abild­gaard, der ihm die Feinheiten für das Zeichnen von Propor­tionen und verschiedene Blickwinkel beibrachte.

1798 verlässt Caspar David Friedrich Kopenhagen. Sein nächster Weg führt nach Dresden. Die Elbmetropole galt damals als Hotspot der Künstlerszene. In der Stadt setzte der Maler seine Ausbildung an der dortigen Akademie fort. Er besuchte Kurse und feilte an seiner Technik und Bildsprache.

Als Inspirationsquellen dienten eher ländliche Gebiete vor den Toren der Stadt. Es zog ihn hinaus in die Sächsische Schweiz und ins Riesengebirge. In den Jahren 1802 und 1803 streifte Friedrich über die Insel Rügen. Die Verbindung nach Greifswald, Pommern und Mecklenburg ließ der Maler niemals abreißen. All seine Ausflugsziele hielt Caspar David Friedrich auf Papier fest. Seine feine Beobachtungsgabe kommt ihm beim Anfertigen seiner Werke wieder einmal zugute.

Mit Zeichenunterricht und dem Kolorieren von Stichen bestreitet er anfänglich seinen Lebensunterhalt. Caspar wollte weder als Auftragsmaler tätig sein, noch von einem Mäzen gefördert werden. Stattdessen gehörte er der Generation der ersten freien Künstler an und war durch den Verkauf seiner Werke finanziell abhängig. In seinen Bildern thematisierte Friedrich oftmals die Ohnmacht gegenüber der Natur und die Einsamkeit. Ebenso befasste er sich mit dem Tod sowie dem generellen Leiden der Menschheit.

Im Inneren kämpfte das Malergenie mit seiner Zerrissenheit. Caspar erscheint sein Leben unerträglich. Die Last scheint sogar so schwer zu sein, dass er einen Selbstmordversuch unternimmt. Dieser schlägt fehl. Er musste seinen Freunden versprechen, es nie wieder zu versuchen. Friedrich hielt sich daran, aber die melancholisch wirkende Ernsthaftigkeit konnte er nicht ablegen.

Kraft gab ihm die Malerei. Der Durchbruch gelang ihm mit den sogenannten Sepia-Bildern. Die Sepiadarstellungen zeigen landschaftliche Gebiete aus seiner alten Heimat. Vor allem exakt abgebildete Formationen von Kreideklippen sorgten bei Kunstinteressenten und Käufern für Furore. Besonders die einfarbig braunen Bilder, deren Motive durch die Abstufung verschiedener Helligkeitsgrade in den Mittelpunkt gerückt wurden, verkauften sich gut. Zumal seine Werke durch die Vorstellung in Journalen und Zeitungen noch mehr an Bekanntheit gewannen.

Sein erstes Ölbild entstand im Jahr 1807. Bescheidene finanzielle Erfolge erlangte er mit dem Landschaftsbild „Das Kreuz im Gebirge“. Das spezielle Kunstwerk fertigte er für die Hauskapelle des Schlosses Tetschen an. Es verhalf ihm zu einer ersten Berühmtheit.

Im Dezember 1808 erfuhr Friedrich vom Tod seiner Schwester Dorothea. Ein Jahr später starb auch der Vater. Diese beiden Einschnitte rissen den jungen Mann in ein erneutes seelisches Tief. Noch unter diesem emotionalen Einfluss begann Caspar zu malen. All seine Schwermut verkörperte er in dem Bildpaar 'Der Mönch am Meer' und 'Abtei im Eichwald'. Bei der Entstehung dieser Meisterwerke konnte der Künstler noch gar nicht abschätzen, welche Faszination die beiden Interpretationen auslösen würden.

1810 brach er nach Berlin auf. Bei einer Ausstellung in der Berliner Akademie stellte er die großformatigen Gemälde „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“ einem breiten Publikum vor. Unter Hochachtung wählte die Berliner Akademie den Maler kurz darauf zu ihrem Mitglied. Der preußi­sche König Friedrich Wilhelm III, war von dem Werk „Mönch am Meer“ so angetan, dass er es sofort kaufte. Sein Ansehen wuchs, sodass im Jahr 1816 die Dresdner Akademie für Künste ihn ebenso zum Mitglied ernannte. Die Aufnahme verschaffte dem Künstler ein sicheres Gehalt von 150 Talern.

Seine düstere Stimmung hellt sich auf

Im selben Jahr lernte der die Dresdnerin Christiane Caroline Bommer kennen und lieben. Caspar David Friedrich fühlte sich nun reif genug, um über eine Heirat und Familiengründung nachzudenken. 1816 fand die Verlobung statt. Obwohl Caroline fast 20 Jahre jünger war wie er, kümmerte sie sich hingebungsvoll um den Haushalt und brachte viel Verständnis für die Malerei ihres Mannes auf. Auch bei Friedrichs Freunden war die junge Caroline sehr angesehen. Zudem war sie es, die Briefkontakt mit Friedrichs Verwandten in Norddeutschland hielt.

1818 wurde am 21. Januar in der Dresdner Kreuzkirche geheiratet. Die Verwandten von Friedrich erhielten erst eine Woche später Kenntnis über die Eheschließung. Wieder einmal war es Caroline, die darauf drängte, seine Verwandtschaft nicht länger im Ungewissen zu lassen. Die Hochzeitsreise verschob das Ehepaar auf den Sommer 1818.

Von Dresden aus ging es auf in seine alte Heimat, an die Ostseeküste. Die beiden zog es nach Greifswald, Neubrandenburg, Wolgast, Stralsund und auf die Insel Rügen. Dem Maler war es ein Bedürfnis, dass seine Frau endlich seine Familie kennenlernte. Zudem wollte Friedrich seiner Ehefrau die weite Landschaft Vorpommerns, Mecklenburgs und Rügens näherbringen. Bisher kannte Caroline diese nur von seinen Zeichnungen.

Am 13. Juni 1818 trat das Paar die Reise an. Zunächst machten sie Halt in Neubrandenburg, wo sie bei seinem Bruder Samuel wohnten. Ende Juni trafen die Frischvermählten in Greifswald auf den größten Teil der Familie. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es direkt weiter nach Wolgast, wo er Schiffe im Hafen der Stadt zeichnete. Danach verschlug es die beiden in das Dorf Vierow an der Vorpommerschen Boddenküste. Am Strand des kleinen Ortes fertigte der Maler weitere Skizzen an. Schon zwei Tage später brachen sie nach Stralsund auf und setzten später auf die Insel Rügen über. Caspar zogen die Kreidefelsen magisch an. Hier holte er sich die Inspiration für das berühmte Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“, welches er, nach dem er nach Dresden zurückgekehrt war, in seinem Atelier malte.

Auf dem Rückweg machte das Ehepaar einen längeren Besuch in Greifswald. Während des Aufenthalts hielt der Künstler weitere Motive wie das Fischerdörfchen Wieck, die Klosterruine Eldena und sogar die Gartenlaube seines Bruders Adolf zeichnerisch fest. Erst am 31. August kehrte Caspar mit seiner Frau nach Dresden zurück. Im Gepäck hatte er viele atemberaubende Eindrücke und eine Menge Skizzen.

Die Lebensgeister kamen zurück

Von außen gesehen hatte die sechswöchige Hochzeitsreise mit Flitterwochen nicht viel gemein. Letztendlich ging es um die Pflege von Geschäftskontakten in der alten Heimat, um Familienbesuche und um Sammlung von Bildmaterial. Doch damit konnte Caroline anscheinend gut leben. Dass Caspar seine bessere Hälfte trotzdem auf Händen trug, bewies er mit Gemälden, die einzig und allein seine Frau als Bildmotiv zeigten. Schon wenige Stunden nach der Ankunft in Dresden verschanzte sich der Maler in seinem Atelier.

Wie besessen malte er ein Bild nach dem anderen. Im Laufe seines Lebens soll er mehr als 150 Gemälde erschaffen haben. Etwa 1000 Zeichnungen, Aquarelle und Radierungen entstammen seiner Feder. Überlieferungen zufolge gelten 500 Werke als verschollen. Caspar David Friedrichs Werke wurden nun auch in Hamburg, Königsberg und Prag ausgestellt. Vor allem das gebildete Bürgertum zählte zu seiner Kundschaft. Sogar der Großfürst Nikolaus von Russland schaute höchstpersönlich bei ihm vorbei. Der spätere Zar Nikolaus I besuchte sein Atelier und kaufte immer wieder Bilder bei ihm.

Auch war das Ehepaar bald nicht mehr allein. Am 30. August 1819 erblickte die erstgeborene Tochter Emma Johanna das Licht der Welt. 1823 und 1824 folgten, Agnes Adelheid sowie Gustav Adolf. Das Familienglück schien perfekt.

Wie vom Pech verfolgt

Doch der Aufschwung hielt nicht lang an. Anfang der 1820er Jahre verfiel Friedrich wieder in sein altes Muster. Seine Arbeiten wurden zunehmend düsterer und kryptischer. Man munkelte, dass dies vermutlich eine Reaktion auf den Tod eines guten Freundes war. Caspar David Friedrichs Bilder stellen keine idyllischen Landschaften dar, wie bei den meist jungen Künstlern zu dieser Zeit. Mit dem aufkommenden sachlichen Realismus sowie dem neuen Biedermeier-Stil wollte sich der Maler nicht anfreunden. Obwohl er weniger Bilder verkaufte, arbeitet er beharrlich weiter. Friedrich zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück und experimentiert mit neuen Techniken.

Seine späteren Werke finden jedoch keine große Beachtung mehr. Dies stürzt Caspar David Friedrich erneut in eine tiefe Lebenskrise. Freunde unterstützen die Familie finanziell. Zu allem Überfluss erleidet der Maler 1835 einen Schlaganfall. An Armen und Beinen war der Künstler fortan gelähmt. Am 7. Mai 1840 starb der große Romantikmaler. Caspar David Friedrich wurde 65 Jahre alt. Die Anteilnahme an seinen Tod hielt sich in Grenzen. Es schien fast so, als hätte die Welt das große Malergenie längst vergessen.

Aus den Augen, aus dem Sinn - nicht ganz

Es mussten erst über 60 Jahre vergehen, bis man wieder auf den bedeutenden deutschen Maler aufmerksam wurde. 1906 fand in Berlin die Jahrhundertausstellung deutscher Kunst statt. Die Veranstalter präsentierten der breiten Öffentlichkeit über 2000 Bilder, mehr als 3000 Zeichnungen sowie einige Plastiken von Künstlern aus deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) aus der Zeit von 1775 bis 1875. Zu den wiederentdeckten Malern gehörte unter anderem auch Caspar David Friedrich.

In den 1960er- und 70er-Jahren wurde dem Maler noch mehr Aufmerksamkeit zuteil. Plötzlich feierten Kunsthistoriker den Maestro als romantischen Patriot. Seine Bildkunst war geprägt von Hünengräbern, gotischen Ruinen, Winterlandschaften mit Schnee und Eis sowie abgestorbenen Bäumen, die Symbole der politischen Erstarrung widerspiegelten. Es war bekannt, dass Friedrich sich von der Napoleonischen Fremdherrschaft abwandte und auch mit der anschließenden Herrschaft Metternichs nichts am Hut hatte.

Und heute sind seine Gemälde gefragter denn je. Bei Aktionen gehen die Preise in die Millionenhöhe. Von Bildmotiven wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer" gibt es mittlerweile gefühlt tausende von Kunstdrucken. Selbst in der Social-Media-Welt wird man fündig. User versuchen, die Pose des Wanderers genauso zu inszenieren, wie Friedrich es einst auf seinem Bild getan hat. Doch ans Original kommen die Inszenierungen nicht heran.

Ein Auszug aus den bekanntesten Caspar David Friedrich Werken

Der Mönch am Meer von 1810

Das Bildmotiv lässt nicht erkennen, ob es Abend ist oder ein dunkel bewölkter Tag beginnt. Ein Mönch steht tiefsinnig am schmalen Sandstreifen und blickt in die Ferne, aufs Wasser. Was er wohl denkt? Naht ein Sturm oder hat er den Glauben an das Leben aufgegeben? Friedrich hat bei der Farbgebung auf düstere Nuancen zurückgegriffen, dadurch erhält das Werk eine gehörige Portion Dramatik.

Am Horizont ziehen Nebelschwaden in die Wolken, sodass kein wirklicher Übergang zum Wasser und Himmel erkennbar ist. Zwar scheint hinter den dichten Wolken der Schleier ein wenig aufzureißen, aber ist das wirklich so? Oder will der Maler mit dieser Darstellungsweise Betrachter*innen hinters Licht führen? Zudem gibt die Interpretation keinen räumlichen Übergang preis. Ufer, Wasser und Himmel werden zu einer Einheit. Es bleibt ebenso im Vagen, ob der Mönch den Mächten der Natur ausgeliefert ist oder ob es sich um einen von Gott verlassenen Menschen handelt.

Der Wanderer über dem Nebelmeer - um 1817

Bei diesem Gemälde rückt der Maler einen Wanderer in den Fokus, der gestützt auf einem Spazierstock, die Nebelschwaden unter lichtem Himmel beobachtet. Wie sie federleicht an imposanten Berggipfeln zu seinen Füßen vorbeiziehen. Die Sicht auf das Bergpanorama wird durch die lange, schmale Rückenpartie verdeckt. Das Bildnis lebt von starken Kontrasten. Mehr Helligkeit wurde der Umgebung zuteil, dafür hat der Maler den Hauptdarsteller und die Felsformation unter seinen Füßen durch dunkle Farbtöne sehenswert hervorgehoben.

Zwar steht Caspar David Friedrichs Wanderer mit beiden Beinen fest auf dem Boden, doch der Abgrund ist nicht weit von ihm entfernt. Er kann ihn quasi vor seinen Augen bildlich sehen. Der Mensch blickt in etwas, kann es aber nicht genau deuten. Man kann nur erahnen, dass es nicht menschengemacht ist. Mit dieser Bildkunst ist es dem Landschaftsmaler eindrucksvoll gelungen, Betrachter*innen mit Widersprüchen herauszufordern.

Kreidefelsen auf Rügen von 1818

Die Suche nach dem Motiv des berühmten Caspar David Friedrichs Kreidefelsen kann man getrost einstellen. So wie der Maler die Felsformation auf seinem Gemälde abgebildet hat, existiert sie in der Natur nicht. Das Meisterwerk ist aus verschiedenen Skizzen entstanden. Die Steilküste am Meer mit ihren bizarr grell-weißen Felsen hat Friedrich erst Wochen später, nach der Rückreise von seiner Auszeit an der Ostsee im Atelier in Dresden gemalt.

Im Vordergrund befinden sich drei Personen, die auf der schmalen grasbewachsenen Fläche für einen Moment innehalten. Auf der linken Seite hockt eine Frau mit rotem Kleid und hochgesteckten Haaren im Gras, die sich zur Sicherheit mit der linken Hand an einem verdorrten Ast festhält. Mit dem Rücken an einen Baumstumpf gelehnt, steht ein Mann auf der rechten Bildseite. Er trägt einen grüngrauen Gehrock und Hut. Obwohl ihm unter seinen Füßen nur einige dünne Äste Stellfläche bieten, schaut er ohne Furcht aufs Meer hinaus. Der Mann in der Mitte kriecht ängstlich auf dem Boden. Mit äußerster Vorsicht wagt er einen kurzen Blick über den Rand und sucht mit den Händen Halt im Gras. Zerklüftete, gespenstisch weiße Felsen bilden die eigentliche Kulisse. Friedrich ist in diesem Werk geglückt, vertikale Spannung zwischen Nähe und Ferne zu erzeugen.

Frau am Fenster - zwischen 1818 und 1822

Der Bildinhalt zeigt seine Ehefrau, die am Fenster eines kargen Raumes steht. Caroline schaut aus dem Fenster vom Atelier des Künstlers. Sie blickt vom Betrachter abgewandt zum gegenüberliegenden Elbufer. Es handelt sich bei diesem Kunstdruck um ein sehr privates Bild. Das Werk zeichnet sich durch eigentümliche Einfachheit aus. Ganz klar, den Mittelpunkt bildet die abgewandte Frauengestalt.

Doch selbst der leere Innenraum ruft Assoziationen hervor. Für Stillleben sorgen breite Holzdielen, eine dunkle Wand und das hohe Fenster. Der angedeutete Raum verrät nichts über Wohnlichkeit. Als belebendes Element springt die Aussicht auf zartgrüne Pappeln am jenseitigen Ufer und der Frühlingshimmel ein. Das romantische Sehnsuchtsmotiv verknüpft Nähe und Ferne, das innen und außen auf eine beeindruckende Art und Weise.

Das Eismeer von 1823 - 1824

Die Szene hält auftürmende Eismassen fest, die einen versinkenden Segler unter sich begraben. Durch die Wucht der spitz-kantigen Eisschollen wird der Segler regelrecht zermalmt. Immer wieder verschieben sich die Eisschollen gegeneinander, bis sie sich zu einer aufragenden, pyramidalen Form zusammengeschoben haben. Im Vordergrund dominieren Farbtöne wie schmutziges Gelb, Grün und Ocker, die das bereits zerbrochene Bergmassiv spektakulär widerspiegeln. Kühles Weiß, Blau und Violett lassen einen vereisten Fluss oder eine arktische Landregion entstehen.

Wieder lockt der Maler die Zuschauer auf eine falsche Fährte. Die verschneite und in kräftigem Weiß dargestellte Zone soll die diffuse und schicksalhafte Atmosphäre abmildern. Doch bereits im Bildvordergrund verbarrikadiert ein quer-gelagerter Eisblock den Einstieg ins Bild. Das Bildnis deutet gleich zu Beginn auf eine trügerische Stimmung hin. Erst auf den zweiten Blick sind der gebrochene Mast und der Rumpf zu erkennen. Den Rest des Seglers haben Eisschollen bereits zerquetscht und unter die Wasseroberfläche gedrückt.

Die Lebensstufen - um 1835

Das Schaubild bildet einen Abschnitt am Strand von Wiek ab. Einem kleinen Ort, der sich bei Greifswald befindet. Der Maler hat fünf Menschen und fünf ankommende Schiffe ins Bild eingearbeitet. Doch die Leute beobachten nicht nur heranfahrende Schiffe. Vielmehr möchte der Künstler bei diesem Ölbild drei Lebensstadien zum Ausdruck bringen. Das größte Segelboot, das bereits vor Anker liegt, symbolisiert das Ende der Lebenszeit. Die zwei mittleren links und rechts platzierten Schaluppen, die friedlich heransegeln, befinden sich in der Blühte ihres Lebens. Und die beiden kleinsten Boote weiter draußen auf dem Meer haben ihr Dasein erst begonnen.

Auch die auserwählten Menschen auf dem Ölgemälde übernehmen einen wichtigen Part. Der ältere Herr im Pelz, ist schon dem Jenseits zugewandt. Voller Tatkraft steckt der schlanke Mann mit Hut. Erst am Beginn ihrer Reise befinden sich die beiden Kinder und deren junge Mutter. Die Drei versinnbildlichen die Jugend. Genauen Beobachter*innen werden die natürlichen Sequenzen des Lebens gewiss auffallen. Durch die klischeehaft hinzugefügte Abenddämmerung erhält das Werk eine ganz spannende Kulisse.
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